Die Abinauten sind gestartet

 ... auf die Abiturientinnen und Abiturienten angewiesen seien, da sie “mitverantwortlich sind für uns und was um uns herum passiert”. Die Schule lieferte hierfür nur das Rüstzeug.
Als die Eltern – denen Herr Freiman samt den Angehörigen besonders dankte für ihr Engagement bei der „Ausbildung“ ihrer Kinder – ihren Nachwuchs vor acht Jahren am CJT eingeschult hatten, ahnten sie nicht, dass es sich um keine normale Schule, sondern eben um ein Space Camp handelt. Dieses achtete streng darauf, dass die Ausbildung von Jahr zu Jahr höheren Ansprüchen genügte, sodass am Ende tatsächlich Abinauten und Abinautinnen vor ihrer großen Mission stehen konnten. Um das zu gewährleisten, traten die Abiturientinnen und Abiturienten die letzten zwei Jahr in den härtesten Teil ihrer Ausbildung ein – der Oberstufe. Hier stellten die entscheidenden Commander Herr Bibelriether und Herr Körber, auch Oberstufenkoordinatoren genannt, sicher, dass für den Countdown, den Start der Rakete, alles passte. „Ab jetzt können Sie auf Ihrer Sternenfahrt auf fremde Sonnen und Planeten treffen, hierbei hoffentlich auch auf Orte, an denen die Zeit still steht,“ so Herr Freiman. „Und wer hierbei immer geradeaus fliegt, der müsste am Ende wieder da ankommen, wo er gestartet ist, also am CJT,“ fuhr er fort und brachte damit seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der eine und die andere das CJT in guter Erinnerung behalten, ja auch ein wenig als Heimat betrachten, in dessen Hafen sie gerne zurückkehren.
Das Schlusswort der Rede erhält dann aber der Mann, der wie kaum ein anderer die Physik und den Blick auf die Sterne revolutioniert hat: Stephen Hawking: „Look up at the stars and not down on your feet“, „findet dabei aber am besten euch selbst“, wie Herr Freiman ergänzt.
Wer nun glaubt, dass dies die ganze Abifeier war, der irrt. Herrn Freimans Rede war nur eines der Höhepunkte dieses denkwürdigen Abends. Begonnen hatte alles mit dem Einmarsch der Abinauten und Abinautinnen zur Filmmusik von Star Wars. Die Moderation des Abends hatten Sirka Eckhoff und Jan Unser inne, die galant und kurzweilig durch das Programm führten. Der erste Auftritt gebührte Herrn Bibelriether, einem der beiden Oberstufenkoordinatoren, der stets mit einer Prise Witz diesen Abijahrgang zu beschreiben versuchte. So fielen Begriffe und Aussagen wie „schwierig, großartig, anstrengend, nie am arbeitseinsatztechnischen Limit arbeitend, manchmal auf den Mond zu schießen“ und schließlich „tolle Truppe, sehr engagiert, die besten Schwiegertöchter und –söhne, falls jemand im Saal auf der Suche danach ist“. Und die Zahlen belegen letztendlich den insgesamt positiven Eindruck. „Der Gesamtdurchschnitt beträgt bei 163 Schülerinnen und Schülern 2,23, die Traumnote von 1,0 erhielten sieben davon, ein bis dato unerreichtes Ergebnis,“ wie Herr Bibelriether herausstreicht, auch wenn am Ende acht weitere Oberstuflerinnen und Oberstufler am Ausbildungsziel Abitur vorerst gescheitert sind.
Herrn Bibelriether schlossen sich die stellvertretende Landrätin Frau Trinkl, der Vertreter der Stadt Lauf Herr Maschler, der Vorsitzende des Fördervereins Herr Donhauser, der Elternbeiratsvorsitzende Herr Dr. Linz sowie eben Herr Freiman an. Alle strichen die Bedeutung des Abiturs, die Herausforderungen und Chancen sowie die Bedeutung der Verbundenheit mit der Schule, ihren Institutionen und der Stadt Lauf heraus.
Nach einer Essenspause, die in Bezug auf die Länge wie auch die Speisen/Getränke kaum Wünsche offen ließ, erhielten die Abinautinnen und Abinauten schließlich ihr Abschlusszeugnis.
Und dann wurde es noch einmal spannend, stand doch die Abirede der Schülerinnen und Schüler an. Dieses Jahr gebührte die Ehre Robin Höfler und Niklas Escherich, ehemalige Schulsprecher, die ihren eigenen Jahrgang auf den Prüfstand stellten. Seien sie wirklich reif genug für das Leben da draußen? Trotz etlicher „Kleinkriege“ gerade bei der Organisation des Abiballs fiel das Fazit schließlich positiv aus, sei der Jahrgang geprägt gewesen von Gemeinschaft, Vielfältigkeit, Diskussionsfreude und Toleranz, ersteres sicherlich auch geprägt durch den tragischen Tod des Mitschülers Alexander Matschke zu Beginn der Q11, der den Jahrgang nachhaltig prägte und zusammenschweißte.
Den Abschluss des Abends bildeten diverse Ehrungen für besonderes Engagement und herausragende Leistungen. So wurden langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AK Phönix, des Sanitätsdiensts, der Bigband, der Theatergruppe und der Lateinformation ausgezeichnet, ebenso wie die Organisatoren des Abiballs. Natürlich kamen auch die betreuenden Lehrkräfte nicht zu kurz wie Herr Bibelriether, Herr Körber und Herr Freiman. Den Kunstpreis der Raiffeisenbank Lauf verlieh Herr Mayer an Valentin Reif (3. Preis), Mia Sengelmann (2. Preis) und Laura Doppel (1. Preis). Ute Kraus, Fabian Besser, Steffen Kraußer, Anna Lindner, Robin Höfler, Marie Eichelsbacher und Lukas Birner wurden schließlich für ihren jeweiligen Abiturschnitt von 1,0 besonders geehrt.
Und so endete die Veranstaltung wie eigentlich jedes Jahr nicht ganz im Zeitplan, aber dennoch zur vollen Zufriedenheit aller. Bleibt nur noch Dank zu sagen an einige Mitglieder der Bigband, die den Abend musikalisch begleiteten, allen voran Celina Körner, Aileen Schmidt und Sirka Eckhoff.
Matthias Kausch