Schulische Aktivitäten

„Der Landtag sind wir!“

10. Klassen des CJT als „Nachwuchspolitiker“ zu Gast im Bayerischen Landtag

„Der Landtag sind wir!“ Unter diesem Motto stand eine Exkursion von zwei 10. Klassen im Rahmen des Sozialkundeunterrichts in den Bayerischen Landtag. Durchgeführt wurde ein Planspiel, bei dem die Schüler den Weg eines Gesetzesentwurfes begleiten konnten.

Vorschläge, Absprachen, Diskussionen und Abstimmungen – das Leben als Abgeordneter erfordert eine Vielzahl an Terminen und Fähigkeiten. Die Schüler des CJT konnten im Bayerischen Landtag in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen. Auf Einladung des Bayerischen Landtages reisten die Klassen 10c und 10e mit ihren Lehrern Kühne und Baumann nach München.

Nach der Begrüßung im Maximilianeum wurde den Schülern die Rolle eines fiktiven Abgeordneten einer der vier Landtagsfraktionen CSU, SPD, Freie Wähler und Bündnis 90/ Die Grünen zugewiesen. Angeleitet wurde das Planspiel vom Besucherdienst des Bayerischen Landtages und von Studenten des Centrums für angewandte Politikforschung in München.

In der ersten Sitzung der Fraktionen wurde jeweils die Strategie für den Tag besprochen und – wie im richtigen Leben – es wurden Ämter an die Abgeordneten vergeben: Fraktionsvorsitzende, Ausschussvorsitzende und ein Landtagspräsident. Die Größe der Fraktionen entsprach im Verhältnis den Fraktionen im echten Bayerischen Landtag.

Auf der Tagesordnung stand ein Gesetzesentwurf zur Reform des Ladenschlussgesetzes, so wie er im Landtag eingebracht werden könnte: Sollen Tankstellen auch außerhalb der geltenden Ladenöffnungszeiten z.B. Alkohol verkaufen dürfen? Welche Auswirkungen könnte es haben, wenn die Ladenöffnungszeiten komplett aufgehoben werden?

In den Ausschüssen debattierten die Nachwuchsabgeordneten eifrig, versuchten ihre Kollegen auf ihre Seite zu ziehen, Kompromisse zu finden, aber auch Mehrheiten zu schmieden. Das Erlebnis, in der Minderheit zu sein oder mit Hilfe einer großen Fraktion mehr durchsetzen zu können, beeindruckte alle Schüler.

Höhepunkt des Tages waren die Sitzungen im großen Sitzungssaal des Bayerischen Landtages – dort, wo Seehofer, Söder und Co. auch im wirklichen Leben Platz nehmen. Dort trugen die jeweiligen Vertreter der Fraktionen am echten Redepult nochmals ihre Argumente vor. Die Schlussabstimmung ergab dann keine Überraschung: Die Koalition aus CSU und FDP lehnte Änderungen am Schulgesetz ab.

Zum Schluss standen eine Abgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Rede und Antwort.

Die Schüler freuten sich über das Erlebnis. „Hier kann man sich Politik viel besser vorstellen als wenn man nur im Unterricht darüber diskutiert.“ – eine Meinung, der viele Schülerinnen und Schüler zustimmten.


Politik „hautnah“ am CJT

Am Dienstag, den 12.05.2015, besuchte der Parlamentarische Bildungsstaatssekretär Stefan Müller CSU) drei 10. Klassen, um ihnen Rede und Antwort über den Alltag und die Aufgaben eines Politikers zu stehen, wodurch die Schüler einen Einblick in die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten bekommen konnten.
Pünktlich zur ersten Stunde trafen sich die Schüler vor dem Kellertheater, wo sie gespannt auf die nächsten anderthalb Stunden etwas anderen „Unterricht“ warteten. Nachdem Herr Freiman eine kleine Ansprache gehalten hatte, in der er sich für das Kommen des vielbeschäftigten Politikers bedankte, übergab er das Wort an Herrn Müller. Dieser erzählte zunächst über seine politische Laufbahn. Beispielsweise, dass er seit nun fast 13 Jahren einer von mindestens 598 Abgeordneten im Deutschen Bundestag ist. Nach dieser kurzen Einführung erklärte er, dass er keinen Vortrag im klassischen Sinne halten wolle, sondern das Gespräch mit den Schülern suche, um besonders auf ihre Fragen und Interessen eingehen zu können.
Auf die Frage nach seinem Vorbild antwortete er, dass er zwar kein direktes Vorbild habe, aber dass ihm eine Rede vom damaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) über die finanziellen Probleme einer Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten imponierte, die er im Alter von 15 Jahren hörte, und ihn dazu ermutigte, der Jungen Union in Erlangen beizutreten. Er erklärte auch, dass seine politische Laufbahn ihm nicht vom Elternhaus vorgegeben wurde, sondern er sich komplett alleine für den Beitritt in die CSU entschieden habe und nun nach einer Beschäftigung im Wirtschafts- und Finanzausschuss im Bereich der Bildung und Forschung tätig sei. Danach schilderte er den Ablauf einer Sitzungswoche in Berlin und sprach über seine Arbeit im Bundestag. Im Laufe des weiteren Gesprächs fingen die Schüler eine rege Diskussion mit dem Politiker an, in der es unter anderem über aktuelle Themen wie den Syrienkonflikt und die Rettung der Flüchtlinge, aber auch über das Schulsystem und die Beeinflussung durch Lobbyisten ging. Bei diesen Diskussionen nahmen die Schüler kein Blatt vor den Mund und fragten gerade heraus, was sie wirklich interessierte. Diese Offenheit und Direktheit im Umgang mit politischen Problemen lobte Stefan Müller abschließend sehr.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein informativer Morgen war und die Schüler einen guten Einblick in die Arbeit der Politik bekommen konnten. 

Farina Fallahi und Anna Sporer, 10f

 

Risiken und Herausforderungen internationaler Sicherheitspolitik           

Vortrag des Jugendoffiziers Peter Zachmann am 26. Januar 2016 für drei Sozialkundekurse der Q12

Nach den Terroranschlägen in Paris am 13. November 2015 ist die Angst vor internationalem Terrorismus in Europa so groß wie nie zuvor. Wer und was hinter dem sogenannten „Islamischen Staat“ steckt und welche Rolle die deutsche Bundeswehr in diesem Konflikt spielt, erklärte uns der Jugendoffizier Peter Zachmann in einem neunzigminütigen Vortrag über die Risiken und Herausforderungen internationaler Sicherheitspolitik. Zeitgleich hielt sein Kollege, Hauptmann Hans-Christian Landrock, einen ähnlichen Vortrag vor den restlichen Sozialkundekursen der Q12.

Hauptmann Peter Zachmann ist seit zwölf Jahren und acht Monaten bei der Bundeswehr und war - nachdem er zwei Studiengänge bei der Bundeswehr abgeschlossen hatte - als Zugführer einer dreißigköpfigen Gebirgsjäger-Infanterie im Dienst, in einem Einsatz musste er jedoch nie kämpfen. Aus Rücksicht auf seine Familie beschloss er, seine Karriere als Jugendoffizier fortzuführen, das heißt, er arbeitet als Referent für Sicherheitspolitik bei Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Ebenfalls organisiert er Weiterbildungsfahrten für Klassen und Lehrer. Das Ziel der Jugendoffiziere ist es, Schüler und interessierte Bürger über die Bundeswehr zu informieren. Auf die Frage aus dem Publikum, welche Berufe man bei der Bundeswehr lernen könne, verwies er auf die Website www.bundeswehr-karriere.de.

Die Bundeswehr ist zurzeit in vielen Ländern im Einsatz, um den Frieden zu sichern und die Leute zu schützen. Neben humanitärer Hilfe zählen hierzu auch das Ausbilden von Polizeikräften oder die Grenzsicherung. Mithilfe von Fregatten und Versorgern unterstützt sie die UNO und die NATO, beispielsweise im Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias, und verteidigt den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ vor der Küste Syriens.    

In Syrien gab es im arabischen Frühling 2011 Proteste gegen das schiitische Regime des Präsidenten Assad, welche zunächst von der Polizei, später auch vom Militär niedergeschlagen wurden. Darauf folgte ein Bürgerkrieg zwischen dem vom Präsidenten geführten Militär, das von Russland unterstützt wurde, der unabhängigen freien syrischen Armee, die mit den Vereinigten Staaten verbündet ist, und Terrormilizen wie dem sog. „Islamischen Staat“ oder Al-Qaida. Neben politischen Spannungen können aber auch Ressourcenknappheit (Zachmann: „Hunger macht böse“) und Naturkatastrophen zu Konflikten führen. Folgen von solchen Konflikten sind hierbei meist Flüchtlingsströme, wie man sie am Beispiel Syrien sehen kann. Hierbei kann sich wiederum ein Teufelskreis bilden, da Flüchtlingsströme erneut zu Knappheit und ethnischen Konflikten führen können. So kommen  im Libanon fast zwei Millionen Flüchtlinge auf 4,5 Millionen Einwohner (Stand Jan. 2016) und bei der Versorgung des größten Flüchtlingslagers „Saatari“ in Jordanien stoßen selbst die UNO und das Rote Kreuz an ihre finanziellen Grenzen.

Ebenfalls kann es zu einem Staatszerfall kommen, wenn die Regierung nicht mehr das Gewaltmonopol hat, sondern zum Beispiel „Warlords“ die Macht über gewisse Gebiete erhalten. Diese „failing states“ und schlimmstenfalls auch „failed states“ treten vor allem in Afrika auf, was auf den Imperialismus zurückzuführen ist, da durch neu gezogene Grenzen der Kolonialmächte ethnische Minderheiten und somit Verfolgung und Rassismus entstanden.

Jedoch können Konflikte auch eskalieren. Dies ist in Syrien nach einem Giftgasangriff des Militärs auf die eigene Bevölkerung geschehen, obwohl Giftgasangriffe nach dem 1. Weltkrieg vom Völkerbund verboten wurden und somit auch gegen das Völkerrecht verstoßen. Als Reaktion darauf folgten die Neupositionierung Russlands und das Eingreifen der USA, die mit Deutschland für die sichere Vernichtung des noch vorhandenen Giftgases sorgten. Jedoch ist zu vermuten, dass Syrien immer noch im Besitz von Chemiewaffen ist.

Als Folge des Bürgerkrieges und der Eskalation des Konflikts kam es in Syrien zu einer unkontrollierbaren Waffenausbreitung, was vor allem der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in die Karten spielte, die die modernste Form von internationalem Terrorismus verkörpert. Als ehemaliger Ableger der Terrorgruppierung Al-Qaida vergrößerte sich die Organisation zunächst im Irak, später auch in Syrien. Dafür gebe es laut Herrn Zachmann viele Gründe. Für die Zielgruppe, die der „IS“ rekrutiert, treffen die von H.-G. Maaßen definierten  „vier Ms“ zu: männlich, muslimisch, Migrationshintergrund, Misserfolg. Zudem verfügt die Terrormiliz über ein klares Regelwerk und die Kämpfer erlangen durch das Bekenntnis zum „IS“ einen „elitären Status“. Die Ideologie der Terrororganisation bezieht sich jedoch lediglich auf 17 Verse des Korans, die ihre Taten angeblich „legitimieren“.

Die Terrormiliz ist vor allem aufgrund ihrer Professionalität und ihrer Struktur, die der eines realen Staates gleicht, eine besondere Bedrohung. Als Kopf der Organisation hat Abu Bakr al Baghadi die Kontrolle über fünf Stellvertreter aus Syrien und sechs aus dem Irak. Diese sind meist ehemalige Generäle oder hatten Führungspositionen unter Saddam Hussein inne  und verfügen somit über Erfahrung und haben Kenntnisse über politische Informationen. Diese elf Vertreter beaufsichtigen zudem die einzelnen Räte (z. B. Führungsrat, Sicherheitsrat, Medienrat), die mit Ministerien zu vergleichen sind, in denen sich ebenfalls Experten befinden. Als Beispiel für die Propaganda führte Hauptmann Zachmann Teile eines Propaganda-Videos des „IS“ vor, professionell gedreht und geschnitten. Die dort zu sehenden IS-Kämpfer waren Deutsche und riefen zu extremem Handeln auf. Außerdem versprachen sie Glück für Interessierte und Rache an allen, die sich gegen sie wenden. Daneben setzt der „IS“ vermehrt auf Cyber-Attacken wie beispielsweise Hackerangriffe auf den Twitteraccount des amerikanischen Sicherheitsdienstes. Profit macht die Terrormiliz z. B. durch den Verkauf von Erdöl aus der größten irakischen Ölraffinerie, welches sie unter dem Marktwert verkauft. Auf Nachfrage sagte P. Zachmann, dass hierbei vor allem die Rolle der Türkei kritisch zu sehen sei, die als Abnehmer des Erdöls gelte und somit den „IS“ finanziell unterstütze.

Nüchtern betrachtet gehe laut Herrn Zachmann vom „Islamischen Staat“ nur eine gemäßigte Gefahr für Deutschland aus; der Plan der Terrormiliz, bereits 2020 Nordafrika, den Balkan und den Nahen Osten unter ihrer Gewalt zu haben, sei utopisch. Jedoch schüre die Organisation erfolgreich Angst und Schrecken in der ganzen Welt.

Insgesamt fanden wir den Vortrag sehr informativ und gelungen, zumal auch wir immer wieder mit eingebunden wurden. So konnten wir unser Vorwissen weitergeben und viele Fragen stellen. Auch die Mitschüler, welche dem anderen Referenten zuhören durften, äußerten anschließend nur positive Meinungen.

Julius Koenen (ergänzt von Anabel Kurz), beide Q12

 


 „Wählen wie die Erwachsenen!“ - Wahlsimulation der Q11 zur Bundestagswahl 2013

Am 20.09.2013 durften Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe kurz vor den Bundestagswahlen selber zur Urne greifen und an einer simulierten Wahl teilnehmen, welche der echten Situation gleicht, jedoch nicht zu den regulären Wahlergebnissen dazu gezählt wird.
Die sogenannte Juniorwahl wurde in ganz Deutschland durchgeführt und die Ergebnisse auf www.juniorwahl.de veröffentlicht. Ziel ist es, dass die Schüler nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis lernen, wie so ein Wahlzettel aussieht, ausgefüllt werden soll und sie anfangen sich Gedanken über die verschiedenen Parteiprogramme zu machen.
Wahlberechtigt waren alle Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des CJT- Gymnasiums in Lauf. Somit konnten auch Schüler, die nicht volljährig waren oder nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, an der Wahl teilnehmen.
Dabei engagierten sich viele Schüler als Wahlhelfer. Die Theorie war laut einer Wahlhelferin letztendlich komplizierter als die Praxis. Zuerst musste die Wahlbescheinigung abgegeben werden, dann erst konnte man wählen, um dann im Anschluss den Wahlzettel wieder abzugeben. Wurden keine zwei Häkchen – jeweils eines bei der Erst-, eines bei der Zweitstimme - gesetzt, so war die Stimme ungültig, wie bei einer richtigen Wahl auch.
Viele ließen sich vom wahl-o-mat Onlinetest beeinflussen, welche Partei mit ihrem Programm am besten zu ihnen passt, und einige vertrauten ihren Eltern vertraut und wählten dasselbe wie sie. Aber nicht wenige waren diejenigen, die sich fleißig über die verschiedenen Parteien informierten und sich selbstständig entschieden, welche Partei ihre eigenen Interessen am ehesten vertritt. So hat sich zum Beispiel ein Schüler für die FDP entschieden, weil er der Meinung ist, dass deren Einstellung zu der umweltfreundlichen Energie viel systematischer und geplanter ist als die bei den Grünen. Ein anderer Schüler hat bei der Juniorwahl die Linke gewählt, weil er es für einen Fehler hält, sozialistische Alternativen in Zeiten der tiefsten Krise des Kapitalismus zu ignorieren. Die CSU hat ein dritter Schüler aus dem Grund gewählt, weil er lieber will, dass sich nichts verändert als dass sich etwas verschlechtert.
Die Juniorwahl hat den Schülern gefallen und für Begeisterung gesorgt. „Wir wussten eigentlich schon vom Unterricht, wie eine Wahl abläuft. Es ist aber trotzdem eine andere Erfahrung, wenn man es selbst tun muss", sagte eine Schülerin. Eine andere jedoch fand es unverständlich, wieso einige erst in der Wahlkabine überlegt haben, was sie wählen wollen.
Die Frage ist, ob dies denn bei den „Erwachsenen" nicht auch so ist, oder ob es nur der Jugend vorzuwerfen ist, dass sie sich mit mangelndem Engagement auf eine Wahl vorbereitet.
Wenn man die Wahlergebnisse der Juniorwahl mit der parallel laufenden realen Bundestagswahl vergleicht, fällt einem auf, dass die Ergebnisse sich großteils ähneln. Der einzige größere Unterschied ist, dass die Piraten-Partei bei der jüngeren Generation mehr Anklang findet, und daraus lässt sich schließen, dass sie in den nächsten Jahren an Stimmen gewinnen könnte.

Paraskevi Kiriakidou, Q11

Besuch von Hauptmann Hans-Christian Landrock, Bezirksjugendoffizier für Mittelfranken (Sk-Kurse der Q12, 2014)

Afghanistan aus erster Hand
Am 6. Februar 2014 hatten einige Schülerinnen und Schüler der Q12 im Rahmen des Sozialkundeunterrichts die einmalige Gelegenheit, im Zuge eines Vortrages von Hauptmann Hans- Christian Landrock, dem Bezirksjugendoffizier für Mittelfranken, direkte Informationen zur Rolle der Bundeswehr und dem ISAF-Einsatz in Afghanistan zu erhalten.
Hans-Christian Landrock selbst absolvierte 2003 sein Abitur und trat daraufhin der Bundeswehr bei. Ab 2006 studierte er Sportwissenschaften in München und agierte 2012 als Militärberater in Afghanistan.
Zuerst wurden die Schülerinnen und Schüler über allgemeine Aufgaben und Einsätze der Bundeswehr (auch in der Heimat) informiert. Diese umfassen zum Beispiel die Krisenbewältigung, humanitäre Hilfe im Ausland und internationale Hilfseinsätze. All diese Aufgaben greifen Hand in Hand ineinander.
Nachdem ein grober Überblick über die Institution Bundeswehr und verfassungsrechtliche Vorgaben für einen Auslandseinsatz gegeben worden war, ging Herr Landrock genauer auf das Land Afghanistan und seine Konfliktgeschichte ein, indem er geographische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Gesichtspunkte darstellte: Afghanistan ist geprägt durch ein trockenes Klima, hohe Arbeitslosigkeit und Armut, problematische Nachbarn und das Angewiesensein auf internationale Wirtschaftshilfe. Hauptmann Landrock veranschaulichte die politische Geschichte Afghanistans anhand der sozialen Stellung der Frau: Offiziell entstand Afghanistan 1919 als eine Monarchie, in der sich die Stellung der Frau in der Gesellschaft zwar langsam, aber stetig verbesserte.  1973 wurde der König Mohammed Sahir Schah durch die kommunistische Partei Afghanistans gestürzt, die schnelle und radikale Veränderungen auch in Bezug auf die Gleichstellung der Frau erreichen wollte. 1979 bis 1989 stand das Land unter russischer Besatzung, die dazu führte, dass die kommunistische Regierung scheiterte. Es kam zu Widerstand sowie Unruhen und die radikale islamistische Gruppierung der Taliban entstand (1994), die die Bevölkerung und speziell die Frauen gewaltsam unterdrückte. Aufgrund der Unruhen und Terroranschläge, unter anderem auf das World Trade Center (2001), wurde durch die NATO die International Security Assistance Force zur Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit, Ausbildung von Sicherheitskräften und Einhaltung der Menschenrechte in Afghanistan gegründet. Anschließend erläuterte Herr Landrock den Schülerinnen und Schülern genauere Details über seinen eigenen Einsatz im Ausbildungsprogramm OMLT („Operational Mentor and Liaison Teams“). Als Teamchef unterrichtete er Afghanen im Kartenlesen, in der richtigen Benutzung von Kompass und GPS sowie in Fahrzeug- und Waffenführung. Besonders schwierig waren hierbei laut Herrn Landrock die kulturellen Differenzen, die trotz monatelanger Vorbereitung nicht völlig überwunden werden konnten, sowie andere Gefahren wie Bodensprengsätze und giftige Tiere. Untergebracht war Herr Landrock während seines Einsatzes im Camp Mike Spann im Norden Afghanistans sowie unterwegs in großen Zelten, stets mit Dolmetschern und Bodyguards. Zum Abschluss des Vortrages gab Herr Landrock einen Ausblick auf das Zukunftspotential Afghanistans, das vor allem in der gebildeten und aufgeklärten Jugend sowie neuen Medien liege.  Trotzdem werde Afghanistan noch viele  Jahre von internationaler Hilfe abhängig sein.
Insgesamt betrachtet war es ein sehr informativer, abwechslungsreicher und spannender Vortrag, der vor allem durch direkte Information aus erster Hand überzeugte.

Aylin Cagliyan und Isabel Weber, Q12

Besuch der CSU-Politikerin Marlene Mortler, MdB (10. Jahrgangsstufe, 2014/15)

Über den Besuch der Abgeordneten des Bundestages Marlene Mortler
Wie stelle ich mir eine Bundestagsabgeordnete überhaupt vor? Kaum ein Schüler der 10. Jahrgangsstufe konnte sich diese Frage selbst beantworten, bevor Frau Marlene Mortler am 22. Dezember 2014 den Musiksaal 1 betrat, in dem bereits drei zehnte Klassen auf sie warteten.
Nach der Begrüßung durch Herrn Freiman stellte sie sich uns zuerst vor und überraschte sicher einige, als sie erzählte, dass sie selbst einmal am CJT Schülerin gewesen sei.
Anschließend erzählte sie etwas über ihre Arbeit als Bundestagsabgeordnete und als Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Sie erklärte, dass der Bundestag ein Parlament ist, in dem mehr gearbeitet als diskutiert wird. So sitzt sie selbst in einem Arbeitsausschuss für Landwirtschaft, was sozusagen ihr Spezialgebiet ist. Um stets über alles in der Bundesrepublik, aber auch in ihrem Landkreis auf dem Laufenden zu sein muss sie sehr viel reisen - durch Deutschland, aber auch außerhalb der Bundesrepublik. Das macht sie nun schon seit zwölf Jahren, was beweist, dass ihr die Arbeit sehr viel Spaß macht.
Allerding berichtete sie auch von den etwas mühseligeren Seiten ihrer Arbeit. So hat man oft sehr lange Arbeitstage von bis zu 16 Stunden. Entsprechend kurz sind die Nächte, die man oft in Hotelzimmern verbringen muss. Auch das Flughafenpersonal kennt sie mittlerweile wohl ganz gut, da sie regelmäßig mit dem Flugzeug unterwegs ist.
Auch kam das Thema "Drogen" nicht zu kurz, dem sie sich als Drogenbeauftragte der Bundesregierung stark verpflichtet fühlt.
Interessanter war allerdings ihre Beschreibung, wie sie überhaupt so weit in der Politik gekommen ist. Dafür scheint Frau Mortler aber kein Musterbeispiel zu sein, da sie eine Seiteneinsteigerin war und sich nicht wie andere von ganz unten nach oben arbeiten musste. Manchmal gehört eben auch ein bisschen Glück dazu.
Als interessant gestaltete sich zudem die Frage, wie denn das Abstimmungsverhalten im Bundestag so aussehe. Dabei stellte sich heraus, dass oft auch nur das Gewissen eines Abgeordneten über seine Stimme entscheiden darf. Meistens schließt man sich aber dem Willen der eigenen Partei bzw. Fraktion an.
Zuletzt haben die Schüler Frau Mortler noch einmal einen Denkanstoß zum G8 mitgegeben. Darüber hätte man natürlich noch ewig diskutieren können und Frau Mortler merkte auch, dass nicht alle Schüler mit der jetzigen Situation zufrieden waren.
Doch wie das in der Weihnachtszeit so üblich ist, hat auch ein Bundestagsabgeordneter mehrere Termine an jedem Tag, weswegen diese Diskussion schließlich auch ein Ende finden musste.
Schülersprecher Christoph Pürner bedankte sich abschließend bei Frau Mortler für ihr Kommen und auch bei Herrn Heurung, der dieses Treffen möglich gemacht hat.

Rebekka Pfister (10c)

Neben den dargestellten Aktivitäten organisiert die Fachschaft Sozialkunde regelmäßig die Teilnahme an den Programmen „Lernort Staatregierung“ sowie „Lernort Bayerischer Landtag“ mit 10. Klassen.