Foto: Stefan Harries, www.frankenluftbild.de

Unsere Schule wurde 1965 gegründet, damals noch als „Gymnasium Lauf an der Pegnitz“.  Im Jahr 1996 erfolgte die Namensgebung nach Christoph Jacob Treu, einem aus Lauf stammenden Naturforscher und Arzt. Seit 2012 darf sich unser Gymnasium auch als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ bezeichnen. Im Laufe  der Schulgeschichte wurde das Schulgebäude wegen der stetig wachsenden Zahl von Schülern mehrfach erweitert und umgestaltet.
Momentan umfasst unsere Schulgemeinschaft etwa 1300 Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, etwa 110 Lehrkräfte sowie 10 Verwaltungskräfte. Die Schule liegt nahe der Laufer Altstadt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die Kosten für die Schulanlage werden vom Landkreis Nürnberger Land getragen. Zusätzlich werden wir von unserem Förderverein sowie externen Partnern und Sponsoren unterstützt.
Die Schulzeit bis zur Abschlussprüfung dauert wie an allen bayerischen Gymnasien acht Jahre. Mit dem Abitur können die Schülerinnen und Schüler grundsätzlich jedes Fach an einer deutschen Universität studieren.  Den Schwerpunkt ihrer gymnasialen Ausbildung setzen unsere Schülerinnen und Schülern entweder im naturwissenschaftlich-technologischen oder im sprachlichen Bereich. Als Fremdsprachen können zunächst Englisch, dann Französisch oder Latein, später auch Italienisch oder Spanisch erlernt werden. Für Kinder von berufstätigen Eltern bieten wir eine kostenlose offene Ganztagesbetreuung mit Hausaufgabenunterstützung an.
Seit vielen Jahren arbeitet unsere Schule konsequent nach dem EFQM-Verfahren an ihrer pädagogischen Weiterentwicklung und ist offen für innovative Impulse und Ideen. Besonders wichtig in der alltäglichen Arbeit sind für uns die enge Zusammenarbeit und das Gespräch mit den Eltern sowie die ausführliche Beratung. Die einzelnen Fächer werden bei uns prinzipiell in Form von Doppelstunden und in Lehrerfachräumen unterrichtet. Aktuell  erproben wir neue Formen der Leistungserhebung in der Mittelstufe. Ein Konzept für eine noch intensivere Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule ist in der Vorbereitungsphase. Seit dem 01. August 2008 hat das Kultusministerium dem Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium zum zweiten Mal den Status einer „MODUS-Schule“ verliehen. Eine MODUS-Schule kann von der geltenden Schulordnung abweichen, mehr eigene Akzente setzen und neue Formen des Unterrichtens und der Zusammenarbeit mit Eltern und Schülern erproben. Aktuell nehmen wir an der bayernweiten Pilotphase „Mittelstufe Plus“ teil, bei der die Mittelstufe um ein zusätzliches Schuljahr verlängert ist. Dadurch soll das Lernen „entspannter“ werden und den Schülerinnen und Schüler sollen mehr Raum für ihre individuellen Interessen und ihre Persönlichkeitsbildung offen stehen.
Im Vordergrund der Arbeit an unserer Schule steht dabei immer die Förderung aller unserer Schülerinnen und Schüler mit ihren unterschiedlichen Talenten und Interessen. Wir wollen „gute Schule“ machen, „die Sache klären und die Menschen stärken“.

Schulgeschichte

In den 1960er Jahren gab es im Landkreis Nürnberger Land noch kein Gymnasium, die betroffenen Schüler mussten entweder nach Hersbruck / Nürnberg pendeln. Deshalb beschloss der damalige Kreistag Lauf am 7.4.1965, ein Realgymnasium mit Sitz in Lauf zu errichten. Die Anfänge waren bescheiden: am 7.9.1965 wurde der Schulbetrieb aufgenommen, man beschulte 122 Schüler in drei Klassen, als Unterrichtsräume dienten drei Klassenzimmer in der Kunigundenschule, im dortigen Konrektorzimmer waren Sekretariat und Direktorat untergebracht, der Schulleiter fungierte in Personalunion auch als Klassleiter, außer ihm unterrichteten 2 Referendare und 14 nebenamtliche Lehrkräfte (Volksschullehrer, Pfarrer…)  In den nächsten Jahren wuchs die Schülerzahl von 239 (1966), 379 (1967), 502 (1968), 635 (1969) auf 768 Schüler (1970) in 19 Klassen, parallel dazu stieg auch die Zahl der Lehrkräfte an; 1966 unterrichteten neun hauptamtliche Lehrer und elf nebenamtliche Kollegen. Die ersten Jahre des Gymnasium Lauf waren gekennzeichnet von Raumnot, man musste Klassen in das ehemalige Mädchenschulhaus an der Nürnbergerstraße ausquartieren; deshalb beschloss der Kreistag Lauf am  20.05.1967 den Bau eines Gymnasiums in der Hardtstraße; Architekt Ludwig Grassi erhielt den Auftrag, das Gebäude zu planen. Am 11.09.1967 begannen die Bauarbeiten, am 25.05.1968 war die Grundsteinlegung, am 7.02.1969 das Richtfest und schließlich am 18.04.1970 die feierliche Übergabe des Neubaus. Damit waren die Platzprobleme zunächst behoben, aber nur für wenige Jahre. Schon am 1.08.1972 wurde eine Zweigschule des Gymnasiums Lauf in Röthenbach gegründet, die mit Beginn des Schuljahres 1974/75 selbstständig wurde; damit konnte das starke Anwachsen der Schülerzahl etwas gebremst werden, aber im Schuljahr 1978/79 hatte das Gymnasium Lauf erstmals mehr als 1000 Schüler(innen) und eine Vergrößerung des Gebäudes wurde nötig:
• 1985 und 1987 Bau des D-Traktes mit einem ersten „Rechnerraum“
• 2004 Einweihung des E-Traktes
Darüber hinaus sind folgende Daten von Interesse:
• 1971 Einrichtung des Sprachlabors
• 1972 Fertigstellung der Turnhalle
• 1973 Inbetriebnahme der Schwimmhalle und der Außensportanlagen
• 1974 Anschaffung des ersten Schulcomputers für 33.000,- Mark
• 1978 Umfunktionierung des Gymnastikraumes in ein Kellertheater
• 1988 Generalsanierung
Das CJT-Gymnasium besitzt heute 48 Klassenzimmer und darüber hinaus verschiedene Fachräume (Bio, Chemie, Kunst, Musik, Physik), Bibliotheken und Zimmer für die Verwaltung und schließlich eine Mensa: das Schulgebäude bietet Platz für ca. 1500 Schüler und 120 Lehrkräfte. Erster Schulleiter war von 1965 bis 1986 OStD Rudolf Neugebauer, ihm folgte OStD Dr. Werner Krauß (1986-1991); dessen Nachfolger wurde OStD Engelhardt Grötsch (1991-2010), aktueller Schulleiter ist seit 2010 OStD Thomas Freiman.
1973 konnte der erste Jahrgang des Gymnasiums Lauf - das waren 30 Schülerinnen und Schüler eines Leistungszuges - nach bereits acht Jahren seine Schulzeit mit dem Abitur abschließen. Die ersten Abiturjahrgänge hatten ihren Unterricht noch im Klassenverband, 1977/78 kam es zur Einführung der Kollegstufe, 2009/10 kehrte man in gewissem Sinne wieder zum Klassenverbandssystem zurück – jetzt unter dem Namen „Neue Oberstufe“ beziehungsweise „Qualifikationsstufe“. Ab dem Jahr 1979/80 wurde der Unterricht von der Sechstagewoche auf die Fünftageswoche umgestellt. Seit 2010 können Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) ganztags betreut werden. Ein besonderes Datum in der Schulgeschichte ist der 1.03.1996, an dem das Gymnasium Lauf nach dem in Lauf geborenen Apotheker und Anatomieprofessor Christoph Jacob Treu (1695-1769) benannt wurde – ein Zeichen für die örtliche Verbundenheit des Gymnasiums mit der Stadt Lauf, aber auch Ausdruck für das besondere naturwissenschaftliche Engagement der Schule, das mit der Auszeichnung als MODUS21-Schule (2002), Center of Excellence“ (2006) und „MINT-freundliche Schule“ (2011) gewürdigt wurde. Ein wichtiges gesellschaftspolitisches Zeichen war die Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus“ am 23.1.2012.
 

Namenspatron

Christoph Jacob Treu: 16.04.1695 – 18.07.1769, Arzt – Anatom – Botaniker – Universalgelehrter

Christoph Jacob Treu wurde am 16. April 1695 in Lauf an der Pegnitz als Sohn des ersten Laufer Stadtapothekers geboren. Nach Kindheit und Schulzeit in Lauf studierte er in Altdorf und wurde dort 1716 zum Doktor der Medizin promoviert.
Im Anschluss daran praktizierte er für kurze Zeit in Lauf. Reisen und Studien führten ihn u.a. nach Frankreich (Paris) und den Niederlanden (Leiden).
1720 ließ er sich als Arzt in Nürnberg nieder und wurde gleichzeitig Mitglied des Collegium Medicum.  Weder das Angebot, als Leibarzt an den Hof der Ansbachischen Markgrafen zu wechseln, noch mehrfache Rufe an verschiedene Universitäten konnten ihn fortan aus Nürnberg weglocken.
1727 wurde Treu Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher und Ärzte Leopoldina, 1743 Herausgeber der Ephemeriden der Akademie, ein Amt, das mit vielen kaiserlichen Privilegien verbunden war. Er veröffentliche medizinische und botanische Werke und regte auch andere zu Veröffentlichungen an. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit galt sein wissenschaftliches Interesse der Anatomie und Botanik.
Durch seine Lehrtätigkeit in Nürnberg und durch die Herausgabe illustrierter naturkundlicher Bücher diente er einer breiten Öffentlichkeit. Seine Mittel erlaubten es ihm, sich eine große Bibliothek und Briefsammlung aufzubauen.
Bei seinem Tod umfasste diese über 33.000 Titel, seine Briefsammlung mehr als 19.000 Briefe berühmter Gelehrter. Beide Sammlungen vermachte er der Universität Altdorf, mit deren übrigen Buchbeständen zusammen sie 1818 der Universität Erlangen übergeben wurden. Treu starb am 18. Juli 1769.
Mit Wirkung vom 1. März 1996 verlieh das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst unserer Schule den Namen „Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium Lauf“. Am 24. April 1996 wurde der neue Schulname in einem Festakt von der Schulgemeinschaft „angenommen“.
Die Medaillen, die die Schule zur Würdigung besonderer Leistungen vergibt, sind mit einer stilisierten Abbildung der nach Christoph Jacob Treu benannten Pflanze Trewia nudiflora geprägt.